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Pressespiegel

Gehrdener ist Österreicher des Jahres

von DIRK WIRAUSKY (Calenberger Zeitung vom 07.11.2020)

Auszeichnung für den Mediziner Jama Nateqi in der Kategorie Forschung

Gehrden. Wer einmal im Attersee gebadet hat, weiß: Das Gewässer im Salzkammergut kann kalt sein, sehr kalt sogar. Für Jama Nateqi ist das kein sonderlich großes Problem. Er ist abgehärtet. Jeden Morgen springt er für zehn bis 15 Minuten in den See. „Das ist mein morgendliches Fitnessprogramm“, sagt der 37-Jährige.

Jama Nateqi ist in Gehrden geboren, aufgewachsen und hat am Matthias-Claudius-Gymnasium (MCG) 2002 sein Abitur gemacht. Nach seinem Zivildienst in Hannover studierte er in Salzburg Medizin. Und in Österreich lebt er immer noch, als anerkannter Mediziner.

Kürzlich musste er auf Kommando in den Attersee springen. Der Fernsehsender ORF hatte sich angesagt und wollte mit dem Mediziner einen Kurzfilm drehen. „Ich habe extra einen Neoprenanzug angezogen, weil ich mir dachte, dass dauert bestimmt länger“, berichtet Nateqi. Er sollte recht behalten und wurde zum Abschluss überrascht. Auf einem Boot wurde ihm eine Trophäe übergeben. Als Auszeichnung zum Österreicher des Jahres in der Kategorie Forschung. „Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet“, sagt der 37-Jährige. Damit würdigte die österreichische Tageszeitung „Die Presse“ Nateqi für die Entwicklung einer digitalen Diagnosehilfe für Covid-19.

Unternehmen 2006 gegründet

Es ist ein besonderer Höhepunkt in seiner bisherigen medizinische Karriere. Medizin habe ihn immer gereizt, sagt er. Schon als Kind wollte Jama Nateqi Arzt werden. Erst Hausarzt, später Augenarzt. Doch der Numerus Clausus machte ihm einen Strich durch die Rechnung. 0,1 Punkte fehlten ihm, um Medizin in Deutschland studieren zu können. Doch er ließ sich nicht entmutigen. Nateqi, dessen Eltern 1981 aus Afghanistan nach Gehrden kamen, ging 2004 nach Salzburg, um an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität seine Ausbildung fortzusetzen.

2006 gründete er mit einem Freund das Unternehmen Symptoma. Mit Sitz am Attersee. Dahinter verbirgt sich ein digitaler Gesundheitsassistent, der rund 20.000 Krankheiten als Ursachen von Beschwerden erkennt. Es sei eine Art Google der Medizin, sagt er. Genutzt werden kann Symptoma von Ärzten und Patienten. Für Letztere ist der Dienst auf www.symptoma.de gratis. Durch Eingabe der Beschwerden und Fragen errechnet Symptoma die Wahrscheinlichkeit für mögliche Ursachen. Der digitale Gesundheitsassistent basiere auf unzähligen medizinischen Publikationen, Patientenakten und Patientenberichten und solle in Zukunft „das Gehirn der Ärzte mit dem universellen medizinischen Wissen verbinden“, meint Nateqi. Das sei ein langer und forschungsintensiver Weg. So forschungsintensiv, dass er schon mal um 2 Uhr aufsteht. „Nachts kann ich ruhig und konzentriert arbeiten“, sagt er. Mit der Gründung von internetbasierten Unternehmen hatte er schon Erfahrung. Nateqi war 16, als er die Mathematik-Nachhilfe-Plattform Matheboard.de gründete.

Gerade die aktuelle Krise zeige, wie schnell Lösungen gefunden werden müssten, sagt Nateqi mit Blick auf die Corona-Pandemie. Es müssten daher weiter Daten gesammelt werden. Und diese Datengrundlage helfe, notwendige Entscheidungen zu treffen. Patienten erhalten eine Einschätzung, wie hoch das Risiko einer Erkrankung ist. Und: „Unser System kann schnell erkennen, in welcher Region sich Hotspots entwickeln“, sagt Nateqi. Auch die österreichischen Behörden greifen auf Symptoma zurück.

Jama Nateqis Mutter lebt immer noch am Burgberg. Nahid Nateqi engagiert sich unter anderem als Dolmetscherin in der Freiwilligen-Agentur. Vor zwei Jahren ist sie für ihr ehrenamtliches Engagement von der Region ausgezeichnet worden. Mindestens einmal im Jahr kommt Sohn Jama zu Besuch. Gehrden, sagt er, sei immer noch ein Stück Heimat. „Ich habe hier gerne gelebt“, sagt er. Noch heute hat er Freunde aus dieser Zeit. „Wenn wir uns treffen, ist es so wie früher“, erzählt Nateqi lachend.

Und auch an das MCG erinnert er sich gern. Die Lage der Schule direkt am Waldrand sei großartig gewesen und die schulische, vor allem naturwissenschaftliche Ausbildung gut. „Davon habe ich später profitiert“, sagt er.

Und dass er in Österreich heimisch geworden ist, lag auch ein bisschen am MCG. In der zehnten Klasse habe eine Studienfahrt an die deutsch-österreichische Grenze geführt. „Die dortige Landschaft hat mich fasziniert und begeistert“, erinnert sich der 37-Jährige. Damals ahnte Nateqi, der inzwischen auch mit einer Österreicherin verheiratet ist, allerdings noch nicht, dass er jenseits der Grenze leben und forschen werde. Und dass er eines Tages sogar zum Österreicher des Jahres gekürt werden würde.

„Ein Deutscher mit Migrationshintergrund, der Österreicher des Jahres wird – schon verrückt“, sagt er lachend.

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